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Corona: Wie wir an der Krise wachsen können

Ich bin zu Hause. Seit … ähm … Tagen Wochen. Wann ich das, was ich meinen Alltag genannt habe, aufgegeben habe, weiß ich gar nicht so genau. Und es ist auch nicht wichtig. So wie vieles andere, was unsere Welt vor Corona angetrieben hat. Das ist jetzt die neue Zeitrechnung: vor Corona und nach Corona. Trotzdem offenbart sich in diesem Schlamassel auch eine ziemlich große Chance für jeden einzelnen.

Es ist, als hätte die Welt den Pause-Knopf gedrückt. Unser Leben steht still. Zumindest für diejenigen, die zu Hause bleiben, weil es das Einzige ist, was sie gerade beitragen können. Ich bin eine davon.

In den sozialen Medien überschlagen sich die Meldungen zu aktuellen Infektionszahlen, staatlichen Maßnahmen und Tipps, wie wir die Zwangspause bestmöglich überstehen. To-do-Listen machen die Runde, wir müssen doch in Bewegung bleiben. Mit Home-Workouts, mit Projekten und Dingen, für die wir nun endlich mal Zeit haben. 

Müssen wir das?

Oder sollten wir lernen, die Stille im Kopf auszuhalten? Einfach mal keine Pläne zu machen, fällt anfangs noch schwer. Wir sind schließlich daran gewöhnt. Unser Leben besteht im Wesentlichen aus planen, machen, konsumieren, optimieren. Die Welt hat sich gefühlt immer schneller gedreht. Es wurde einfach alles ein bisschen zu schnell.

Kurz vor dem kompletten Kollaps zwingt uns die Krise zur Ruhe. Plötzlich müssen wir nichts machen oder planen. Die maximale Entschleunigung. 

Plötzlich fällt uns auf, wie erfüllend die Dinge sind, die wir ganz selbstverständlich hingenommen haben. Aus dem Haus zu gehen, wann und wohin wir möchten. Anderen Menschen so nahe zu kommen, wie wir und sie es möchten. 

Das ist die wahre Challenge in dieser Krise. Nichts tun und es aushalten.

Das muss und soll auch gar nicht über Wochen so gehen. Wer aber zwischendurch innehält und sich die entstandene Leere bewusst macht, tut sich selbst etwas Gutes. Denn im besten Fall wachsen wir an dieser Situation und nehmen daraus viel für das Leben nach Corona mit.

Und im allerbesten Fall fühlen wir uns nicht nur entschleunigt, sondern achten in Zukunft ein bisschen besser darauf, dass wir Ruhepausen bekommen. Dass unser Leben nicht mehr ganz so viel Fahrt aufnimmt. Dass es eine großes Geschenk ist, Freunde und Familie treffen zu können.

Vielleicht merken wir dann wieder, dass das Leben uns reich beschenkt hat. Nicht mit Dingen, sondern mit sich selbst.

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